Die prächtige
Blumenwiese entstand dadurch, daß man den Grasschnitt auf 1 -
2 mal pro Jahr beschränkte. So bot man den Wiesenblumen eine bessere Verbreitungsmöglichkeit,
weil sie bis zur Samenreife wachsen konnten. Auf dem aufgeschütteten Lehmboden,
der die Feuchtigkeit gut hält, entstand eine üppige Fettwiese. Im Frühjahr
dominiert das Gelb des Löwenzahns und Hahnenfußes. Dazu gesellen sich
Rotklee, Kriechender Günsel, Gundermann und Kuckucksnelke. Im Hochsommer bilden
Margeriten, Wiesenflockenblumen und Hornklee farbenfrohe Aspekte.
| Die
Vegetation des Magerrasen ist ganz anders geartet.
Eine äußerst dünne Rindenmulch- und Humusauflage auf dem Kiesuntergrund sorgte dafür, daß hier ein typischer Magerrasen entstand, in dessen lückenhafter Vegetation Schmetterlingsblütler als wichtige Stickstoffsammler und Rohbodenbesiedler dominieren. Zu ihnen gehören Hornklee, Hopfenklee, Kleiner Klee, Rot- und Weißklee, Luzerne, Esparsette, Zaun- und Bunte Kronwicke. Im Sommer wird das Blütenmeer von unzähligen blütenbesuchenden Insekten bevölkert. |
Im Jahr 1988 wurde in ein
Teil des Pausenhofes umgestaltet zu einem Schulteich. Aus einem kreisförmigen
Areal, in dessen Mitte der tiefste Punkt war, wurden die Pflastersteine entfernt
und es wurde eine Löslehmschicht aufgetragen und festgestampft. Drumherum
blieben die Pflastersteine erhalten als Rundweg. Nach der Füllung entstand
ein Teich mit 1 5 m Durchmesser und 1m Tiefe. Besonders schnell bereitete sich
der Rohrkolben aus und es entstand allmählich ein dichter Schilfwald, der
heute fast die gesamte Teichoberfläche einnimmt. Im Laufe der Jahre stellten
sich weitere Wasser und Sumpfpflanzen
ein wie Zungenhahnenfuß, Laichkräuter, Seerose ( eingebracht ) ,
Blutweiderich, Sumpfbinse, Wasserampfer, Strauß-Gelbweiderich, Mädesüß,
Wolfstrapp, Sumpf-Hornklee und andere.
An Tieren ist vor allem die große Königslibelle und die Plattbauchlibelle
zu bewundern, im Wasser leben Gelbrand-, Taumel-, Kolbenwasserkäfer, genauso
wie Rückenschwimmer, Wasserläufer und Wasserskorpion. Berg- und Fadenmolch,
sowie Grasfrosch und Erdkröte und teilweise auch der Wasserfrosch sind
anzutreffen. Graureiher und Eisvogel sind gelegentlich Besucher am Teich. Eine
Überraschung war das Auftreten des Teichrohrsängers, der seit 1995
den Schilfwald als Lebensraum nutzt. Im Herbst und Winter besuchen bis zu 100
Rohrammern das Wäldchen um zu nächtigen.
| Im Nachbargelände
der Schule kam mit Genehmigung des Landes Baden-Württemberg ein neues
Areal hinzu. Der dort hindurch fließende Bach wurde aufgestaut und
in der daneben liegenden Niederung konnte so ein neuer Tümpel entstehen.
Leider ist der Bach durch ölhaltige Chemikalien verschmutzt worden,
die bei Hochwasser in den Tümpel gelangen, und ihn so zum Umkippen
gebracht haben. Leider konnten die Verursacher bis heute nicht ausfindig
gemacht werden. Darunter leidet natürlich die Besiedlung des Tümpels
mit Fauna und Flora. Der Uferbewuchs ist hingegen prächtig entwickelt.
Rohrkolben, Igelkolben, Froschlöffel, Rohrglanzgras, Wasserschwaden,
Waldbinse, Goldrute, Zottiges Weideröschen, Mädesüß
und Indisches Springkraut bilden dichte Bestände. Schwarzerlen und Silberweiden müssen beschnitten werden, damit die Beschattung und der Laubeintrag für den Tümpel nicht zu groß werden. |
Blutweiderich am Bachufer |
Wildhecke
und Auewald
Im Jahr 1985 wurde zwischen dem Zentrum
für Psychiatrie und dem Gymnasium eine Lärmschutzhecke gepflanzt ;-))
Die dort von der Stadt Emmendingen verwendeten Standardsträucher wurden
von der Biotop-AG im Laufe der folgenden Jahre ausgetauscht gegen Naturheckensträucher
wie Weißdorn, Schlehe, Hartriegel, Wolligem und Wasserschneeball, Pfaffenhütchen,
Salweide, Kornelkirsche, Rote Heckenkirsche, Traubenkirsche, Hundsrose, Liguster
und Elsbeere. Im Sommer besticht diese Naturhecke durch einmalige Blütenpracht
und im Herbst schenkt sie reiche Fruchternte, dies ist insbesonders für
die vielen Vögel als Nahrung und Nistplatz von Vorteil.
| In den äußersten
Ecken des Biotops stehen Erlengruppen mit ein paar einzelnen Wildsträuchern.
Hier wurden von der Biotop-AG Eichen, Hainbuchen, Eschen, Korb-und Silberweiden,
sowie Traubenkirschen und Wildsträucher gepflanzt, was mit der Zeit
diese Eckareale zu naturnahen Auewäldchen verwandelte. In einer dieser Wäldchen standen drei herrliche Silberpappeln, die zu den schönsten Baumgestalten des gesamten Stadtgebietes zählten. Ihr Stammumfang maß 3.5 Meter und sie hatten einen Durchmesser von über einem Meter. Um sie herum wurden von der AG mit Naturgehölzen noch bestehende Lücken ausgefüllt. Ab und zu hört man hier Nachtigallen singen. Diese Silberpappeln wurden in einer Nacht-und-Nebelaktion vom Bauhof der Stadt gefällt. Bezeichnenderweise wurde die Fällung in den Ferien durchgeführt, um möglichst wenig Widerspruch zu ernten und die AG und die Schule vor vollendete Tatsachen zu stellen. Die AG legte schriftlichen Protest ein gegen die Aktion - leider ohne Erfolg, davon wurde der Baum nicht wieder lebendig. Angeblich sollte der Baum im Kronenbereich Stammfäule haben, welches allerdings nicht den Tatsachen entsprach wie sich später herausstellte. |
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Quelle: Dieter Knoch:
Das Biotop des GGE - Naturoase zwischen Goethe-Gymnasium und Brettenbach,
Fotos: Dieter Knoch, Druck: schwarz auf weiß GmbH, Freiburg
Herausgeber: Goethe-Gymnasium Emmendingen 1999
zu beziehen über: biotopag@goethe-gymnasium-emmendingen.de