Projekt "Beetbewässerung im Schulgarten"

Unter den 10 Besten in Deutschland beim Wettbewerb "Wasserschutz macht Schule, 2010"

Die Grundüberlegung zu dem Projekt war die Vereinfachung der sehr umständlichen und zeitaufwändigen Bewässerung der Beete mit einem 30 Meter langen Schlauch aus den Biologieräumen. Zur Diskussion standen zwei Varianten: Wasser aus einem Bach per Pumpe mit einem 50 Meter – Schlauch oder Nutzung des Traufwassers von der Bienenwand. Energie war in Form einer 12V – Solaranlage auf dem Dach der Bienenwand vorinstalliert, die für die Betreibung des elektrischen Schneckenzaunes genutzt wurde. Diese Energie konnte man also auch für die Betreibung der Wasserpumpe nutzen. Die Pumphöhe aus dem Bach ist für eine 12 V – Pumpe kaum zu überwinden. Deshalb entschieden wir uns für die nähere Lösung mit dem Traufwasser des Daches.

Das Traufwasser des Daches der Wildbienenwand wird über zwei Regenrinnen von jeweils 2.5 Metern Länge in eine 80 - Liter Tonne geleitet und dort gesammelt. Die Regenrinnenausflüsse sind abgewinkelt und zentriert über der Tonne. Ein Deckel schützt das Wasser in der Tonne vor Verunreinigungen.
Die Installation sollte auch dauerhaft sein und keine sporadische. Das Schulgartengelände ist öffentlich. Um Diebstählen vorzubeugen musste die Anlage also fest installiert sein, muss möglichst unsichtbar sein und durfte keine beweglichen, also entfernbaren Teile beinhalten. Die Regenrinnen wurden fest verschraubt, die Tonne wurde angekettet, die Pumpe und die elektrische Anlage wurde in einem isolierten Kasten vergraben, die Bewässerungsschläuche wurden eingegraben und treten nur in den Beeten mit den Sprinklern in Erscheinung. Materialaufwand insgesamt: 150.- Euro, die aus der Biotopkasse bezahlt wurden. Die Bewässerungsschläuche sind eine Spende der Firma Schmidt aus Kollmarsreute
 

 

Das Wasser aus der Tonne läuft über einen tiefen Abfluß zur 12 V – Pumpe, die zu ihrem Schutz in einem tiefergelegten Schacht installiert wurde. Über eine Zeitschaltuhr wird die Pumpe in Betrieb gesetzt. Mit einer Leistung von 4l/Min. werden die Beete bewässert. Jedes Beet hat einen eigenen Sprinkler, der so eingestellt ist, dass alle Ecken des Beetes erreicht werden. Dauer der Bewässerung: 10 Min/Tag, Häufigkeit: alle 2 Tage bei Sonne, alle 4 Tage bei Bewökung, bei Regenwetter gar nicht. Die Zeitschaltuhr wird den Wetterverhältnissen angepasst. Bei längerer Trockenheit wird die Tonne aus einem nahegelegenen Bach per 220 V - Pumpe nachgefüllt.
Der Strom für die Pumpe wird von einer Autobatterie geliefert, die eine Kapazität von 33 Ah hat. Diese wird über einen Regler von einem Solarpaneel geladen, das wiederum über eine Ladekapazität von 1 Ah verfügt. Die Pumpe verbraucht ca. 2.5 Ah. Bei einer täglichen Inbetriebnahme von 10 Minuten hieße das eine Energieentnahme von 0.417 A . Die Ladung des Solarpaneels reicht also bei weitem für die Konstanthaltung der Batteriespannung aus, einen Selbstentladestrom von 0,028 Ah mit eingerechnet

Durchführung des Projektes

Installation der Dachrinnen war kein Problem. Der Untergrund für die Tonne musste befestigt werden (mit Holzplanken). Die Aushubarbeiten für die Schlauchkanäle und den Kasten für die Pumpe war für die AG ohne Mühe zu bewältigen . Die Installation der Pumpe war mit einfachen Physikgrundkenntnissen zu bewältigen. Sorge braucht man nur um die Dauerhaftigkeit der Anlage haben, da es schon häufiger zu Vandalismus und Diebstählen gekommen ist auf dem Schulgartengelände. Aber die AG ist zuversichtlich ;-)). Die Bewässerung der Beete funktioniert einwandfrei. Eventuell sind aber 80 Liter Fassvolumen doch etwas wenig. Bei Trockenheit muss aus dem Bach nachgepumpt werden.

Zusammenfassung

Um eine regelmäßige und vor allem bedienerunabhängige Bewässerung des Schulgartens zu erreichen, wurde ein Konzept entwickelt, das natürliche Ressourcen verwendet, keine Fremdenergie verbraucht, wartungsfrei arbeitet und hohe Effektivität beinhaltet. Dazu wurde als Energiequelle auf Sonnenenergie zurückgegriffen. Ein Solarpaneel sorgt für die Ladungserhaltung einer Autobatterie, welche Strom für eine 12Volt – Wasserpumpe liefert. Die Wasserpumpe wird von einem Regenwasserreservoir ( Wassertonne ) gespeist, welches wiederum von dem Traufwasser eines kleinen Giebeldaches über zwei Regenrinnen beliefert wird. Die Pumpe bedient ein Schlauchsystem, das parallel 6 Beete über jeweils eine Sprinkleranlage bewässern kann.

Quellen und Sponsoren

Solarpaneel: Firma Naturenergie AG
Pumpe: Firma Märkl, Shurflow
Zeitschaltuhr: Firma Westfalia
Batterie: Firma Busch, Freiburg
Tonne u. Kleinmaterial: Firma Oettle, Emmendingen
Schläuche und Anschlüsse: Firma Schmidt, Kollmarsreute